10 Fakten über japanischen Sencha Tee

27.05.2020 12:02

1. Sencha ist Japans meistproduzierter Tee

Bei rund 80 Prozent des in Japan produzierten Tees handelt es sich um Sencha. Sencha ist ein Grüner Tee, der in Japan äußerst populär ist und meist als Tagesbegleiter zu jeder Zeit genossen wird. Aufgrund seiner Rolle als "Alltagstee" ist Sencha auch der in Japan meistkonsumierteste Tee. Es gibt verschiedene Sencha-Qualitäten. Die höchsten und besten Senchas können durch ihre komplexe Aromenvielfalt mit anderen Spitzentees durchaus mithalten. Daneben existieren mittlere Sencha Qualitäten, die für den Genuss als schmackhafter Tagesbegleiter vorgesehen sind.

2. Sencha Tee ist ein unbeschatteter Grüntee

Unbeschattete Teefelder Während für die feinen japanischen Teesorten wie Matcha oder Gyokuro die Teefelder einige Wochen vor der Ernte mit lichtundurchlässigen Netzen vor der Sonne geschützt werden ("oiishia en"), handelt es sich bei Sencha um einen unbeschatteten Tee ("roten en"). Im Gegensatz zu den Schattentees wachsen die für die Sencha Herstellung vorgesehen Teeblätter bis zur Ernte in der Sonne. Beschattete Tees dagegen steigern - ohne das Licht der Sonne - ihren Chlorophyll-Gehalt, der sich später im besonders sanften Umami-Geschmack ohne Bitterkeit bemerkbar macht. Sencha Tee ist im Geschmack ein eher kräftiger und herber japanischer Grüntee. Die für die besondere Anlässe, Ehrengäste oder die japanische Teezeremonie vorgesehenen Sorten wie Matcha und Gyokuro sind im Geschmack feiner.

 

3. Sencha ist gedämpfter Grüntee

Für japanische Tees ist es grundsätzlich typisch, dass die Teeblätter nach der Ernte zur Unterbrechung der einsetzenden Oxidation gedämpft werden. Dieses besondere Verfahren ist auch der große Unterschied zu chinesischen Tees, die während der Teeproduktion meist in großen Pfannen oder Woks geröstet werden. Chinesische Tees enthalten durch diese Methode oft typische Röst- bis hin zu Raucharomen, die in japanischen Tees weder vorkommen, noch erwünscht wären.

Durch die schonende Dämpfung des japanischen Senchas, die je nach Methode meist bereits nach wenigen Sekunden beendet ist, behalten die Teeblätter ihre frische, grüne Farbe. Die wertvollen Inhaltsstoffe der Teeblätter bleiben weitestgehend erhalten und der frische Geschmack des Sencha Tees kann sich im späteren Aufguss entfalten.

4. Japanischer Sencha Tee besteht aus gerollten Teeblättern

Nagatani Soen gilt als der Erfinder des Senchas. Der 1681 geborene Teebauer macht es sich zum Ziel, einen besseren Tee zu entwickeln, als die zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Sorten. Er experimentierte mit den verschiedenen bekannten Teeherstellungstechniken, kombinierte sie, veränderte die Abläufe, bis er eines Tages einen echten Durchbruch erzielte: Das gleichzeitige Rollen und Trocknen der gedämpften Teeblätter. Diese 1738 durch Nagatani Soen neu entdeckte Verarbeitungsmethode und die Erkenntnis, dass die jüngsten Teeblätter die besten Tees ergeben, gilt als Geburtsstunde des Senchas. Das neue Verfahren war fortan unter dem Namen "aosei sencha seihou" bekannt. Durch das Rollen während der Herstellung werden die Zellwände der Teeblätter aufgebrochen, so dass während der Teezubereitung die Aromen und Inhaltsstoffe besser ins Wasser übergehen.

5. Der Erntezeitpunkt entscheidet oft über die Sencha Qualität

Unbeschattete TeefelderBeim Sencha spielt der Erntezeitpunkt der Teeblätter eine besonders große Rolle. Die besten Sencha-Qualitäten entstehen aus den jungen, frisch gesprossenen, ersten Teeblättern des Frühlings. Diese "First Flushs", die in Japan als "Ichibancha" (Erster Tee) oder Shincha (Neuer Tee) bezeichnet werden stammen aus der ersten Ernteperiode, die in Japan von April bis Mai stattfindet. Mittlere Sencha Sorten stammen aus der zweiten Pflückung "Nibancha" (Zweiter Tee) von Juni bis Juli. Die späteste Pflückung im August wird als "Sanbancha" (Dritter Tee) bezeichnet. Je früher der Erntezeitpunkt umso süßer und lieblicher der Sencha im Geschmack. Spätere Pflückungen zeigen sich einer höheren Bitterkeit des zubereiteten Tees.

6. Es existieren verschiedene Sencha Arten

Sencha Tee gibt es in einer Vielzahl von Variationen. Wer die Unterschiede kennt, fällt es leichter den richtigen Sencha für seinen individuellen Teegenuss zu finden. Die unterschiedlichen Sencha-Arten entstehen vor allem durch verschiedene Verarbeitungsformen. Die bekanntesten Sencha-Arten sind:

  • Futsumushi Sencha: "futsu" bedeutet "gewöhnlich", "mushi" heißt gedämpft. Beim Futsumushi Sencha trägt den Namen, weil es sich um die Standardvariante des Tees handelt. Das Erhitzen der Teeblätter durch Wasserdampf dauert nur etwa 20 bis 30 Sekunden. Das Ergebnis ist ein frischer Aufguss mit einem natürlichen Geschmacksprofil mit harmonischer Süße, Bitterkeit und erdigen Nuancen.
  • Fukamushi Sencha: "fuka" bedeutet "tief", Fukamushi Sencha ist also tief gedämpfter Sencha. Er unterscheidet sich nach der längeren, intensiveren Dämpfung durch dunklere Blätter, die durch die längere Hitze- und Dampfeinwirkung brüchiger sind. Der Aufguss ist dadurch weniger herb, weniger adstringierend und besitzt eine schöne Süße. Dafür ist er in der Regel weniger aromatisch als Futsumushi Sencha.
  • Kabusecha: Kabusecha ist "abgedeckter Tee". Sencha wächst normalerweise ohne Beschattung in der Sonne. Gyokuro ist ein vor der Ernte voll beschatteter Tee. Kabusecha steht zwischen diesen beiden Sorten und ist ein vor der Ernte halb beschatteter Tee. Es entsteht ein tiefaromatischer, voller und feinduftender Tee, der im Vergleich zu Futsumushi oder Fukamushi Sencha deutlich mehr Umami und komplexere Aromen besitzt.
  • Kuradashi Sencha: Kuradashi ist eine Sencha-Sorte, die für eine gewisse Zeit gelagert wurde, um den Geschmack zu vertiefen und seine Adstringenz zu reduzieren. Die Lagerung erfolgt in großen Höhen, so bewahrt der Tee seine besondere Frische und kann seine feinen Aromen entwickeln. Wenn ein besonderer Kuradashi Sencha zum ersten Mal nach seiner Lagerung geöffnet wird, ist dies oft mit einer besonderen Zeremonie verbunden.

7. Die optimale Wassertemperatur für die Sencha Zubereitung ist 70°C

Grüner Tee verträgt kein kochendes Wasser. Oft berichten Teetrinker von stark fischigen oder sehr bitteren Aromen in ihrem Aufguss. Diese können durch die Verwendung von zu heißem Wasser entstehen und zerstören den wahren Geschmack eines Grüntees. Für Sencha liegt die optimale Wassertemperatur bei etwa 70 Grad Celsius. Für Sencha typisch ist außerdem eine eher kurze Ziehzeit bei der Teezubereitung. In den meisten Fällen ist ungefähr 1 Minute ausreichend. Mancha Senchas sind bereits nach 30 Sekunden bereit zum Genießen.

8. Die richtige Teekanne ist für die Sencha Zubereitung und beste Aromen entscheidend

Frau im Sencha TeefeldAnders als eher unempfindlicher Schwarzer Tee sollte bei der Auswahl der Teekanne für Sencha auf das richtige Material und die Form geachtet werden. Optimal für die Sencha Zubereitung geeignet ist die japanische Kyusu Teekanne. In ihr können die Teeblätter sich optimal im Wasser entfalten und nach der Ziehzeit durch ein integriertes Sieb sauber abgegossen werden. Die aus Ton gefertigten Kyusu Teekannen sind innen unglasiert, so dass der Tee direkt mit dem Material in Kontakt kommen kann. Die Ton-Zusammensetzung, die Brennmethode und die Struktur im inneren der Kanne haben dadurch enormen Einfluss auf den Geschmack und die Aromen des zubereiteten Tees. 

9. Der Geschmack von Sencha ist typisch Umami

Sencha unterscheidet sich im Geschmack von anderen Grünen Tees durch seinen markanten, einzigartigen Geschmack. Dieser kann als besonders intensiv, frisch mit herben grasigen Noten und oft auch fruchtig-süßlichen Nuancen beschrieben werden. Sencha ist außerdem berühmt für seinen charakteristische "Umami-Geschmack". "Umami" lässt sich übersetzen mit "schmackhaft", "würzig". Dieser besondere Geschmackseindruck ist ganz anders als die üblichen vier Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter, die wir erschmecken können und macht Umami in Kombination mit anderen Aromen so interessant. Umami ist vor allem in proteinreichen Lebensmitteln zu finden. Im Grünen Tee sind es die durch die schonende Verarbeitung noch zahlreich vorhandenen Aminosäuren, wie Glutaminsäure, Asparaginsäure, Glutamin oder Lysin, die den Umami-Geschmack hervorrufen.

10. Sencha ist für alle da

Die Welt des Senchas bietet sowohl Einsteigern, Kennern und Experten eine wundervolle Auswahl, die für alle Grüntee-Liebhaber einen passenden Tee bereit hält. Je früher der Erntezeitpunkt und je jünger die Blätter, umso lieblicher und feiner schmeckt der Sencha. Mit seinem Gehalt an Koffein ist Sencha ein anregendes Getränk. Teefreunde, die einen aromatischen, kräftigen und herberen Geschmack bevorzugen, finden in der Welt des Senchas ebenfalls ihren "Alltagstee". Sencha ist einfach ein Tee für alle - und zu allen Gelegenheiten ein wundervolles Getränk.

Fazit

Der im Geschmack erfrischende und markante Sencha ist Japans Grüner Tee Nummer eins, was Produktion und Konsum angeht. Als echter "Alltagstee" ist Sencha ein Tee, der zu jeder Gelegenheit getrunken werden kann.

  • Sencha ist eine gedämpfte Teesorte.
  • Die Teeblätter zur Produktion von Sencha wachsen beim Anbau unbeschattet in der Sonne.
  • Mit dem "Kabusecha" kennt jedoch auch der Sencha eine "halbbeschattete" Variante.
  • "Futsumushi" Sencha ist die bekannteste, nur kurz gedämpfte Variante des Grünen Tees, "Fukamushi" Sencha ist dagegen für ein weniger herbes Aroma länger gedämpft.
  • Als Erfinder des Tees gilt der Teebauer Nagatani Soen (*1681 - †1778).
  • Eine japanische Kyusu Teekanne ist zur Zubereitung von Sencha die perfekte Wahl.
  • Sencha zeigt in der Tasse frische, grasig-herbe Aromen mit Umami bis hin zu köstlich-süßen Nuancen.
Grüner Tee Shincha BIO, Japan, 70g Dose

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