Wo der Adventskalender herkommt - Tradition, Erfinder, Entwicklungen

21.09.2021 11:17

Erster Adventskalender Weihnachtskalender von Gerhard Lang erfunden

Adventskalender haben für die meisten von uns eine besondere Bedeutung. Denken wir an unsere Kindheit zurück, kommt in uns sehr schnell die Erinnerung an das alljährliche Ritual hoch, das uns das Warten bis zum Weihnachtsfest jeden Morgen mit einem kleinen Stückchen Schokolade versüßt hat.

Gerhard Lang erfand den Adventskalender 1904

Gehen wir in der Geschichte noch einmal mehr als 135 Jahre zurück. Hier lebte im baden-württembergischen Maulbronn Selma Lang. Ihr kleiner Sohn Gerhard konnte es - wie auch die Kinder heute (und manche Erwachsene auch) – es kaum erwarten, bis endlich Weihnachten war. Um ihrem Kind das Warten auf Heiligabend zu verkürzen, befestigte sie 24 kleine Gebäckstücke auf Karton. An jedem Dezembertag bis Weihnachten durfte der kleine Gerhard sich eine Süßigkeit nehmen.

1904 erinnerte sich Gerhard Lang an die wunderschöne Idee seiner Mutter und entwickelte den ersten gedruckten Adventskalender mit dem Namen „Im Land des Christkinds“. Dieser enthielt kein Gebäck, Süßigkeiten oder gar Schokolade, sondern bestand aus zwei Papierbögen, die selbst zurechtgeschnitten und zusammengeklebt werde mussten. Auf den einzelnen Türchen befanden sich religiöse Darstellungen, Gedichte, Geschichten und Sprüche. Dieser erste „DIY Adventskalender“ war ein großer Erfolg.

Einige Jahre später kam ebenfalls Gerhard Lang auf die Idee, einen Adventskalender mit Schokolade zu befüllen. Seine Idee hat sich bis zum heutigen Tage gehalten und wurde durch viele kreative Füllungen und neue Adventskalender Inhalte immer weiter ausgebaut.

Tradition und Varianten des Adventskalenders

Die wahren Ursprünge der Adventskalender reichen dagegen noch länger zurück. Zwar verdanken wir Gerhard Lang die Grundidee des Adventskalenders, wie wir ihn heute kennen. Die Tradition, die Zeit bis zum Weihnachtsfest zu zählen, existierte aber schon vorher.

  • Es gab beispielsweise Strichkalender: An einer Tafel oder auch der Zimmertür wurden 24 Kreidestriche aufgemalt, die Tag für Tag bis Weihnachten weggewischt wurden.
  • Auf der Weihnachtsuhr stellte man einen Zeiger jeden Tag ein Stückchen weiter. Sie hatte allerdings nur zwölf Felder, so dass das Warten aufs Christkind mit der Weihnachtsuhr erst am 13. Dezember begann, dann aber ebenfalls verlässlich die verbleibenden Tage bis Weihnachten anzeigte.
  • Auch die Adventskerze hatte eine ähnliche Funktion. Auf ihr befanden sich 24 Striche und die Kerze durfte an jedem Tag bis zur nächsten Linie abgebrannt werden.
  • Aus Österreich stammt der Brauch der Himmelsleiter. Auf dieser kleinen Leiter stieg ein gebasteltes Christkind bis Weihnachten jeden Tag eine Sprosse "auf die Erde nieder".
  • In manchen Familien wurden an jedem Tag im Advent religiöse Bilder an die Wand gehängt. Ein besonders schönes Ritual, da diese Bilder immer nur einmal im Jahr die Weihnachtszeit einläuteten und die Familien bis zum Weihnachtsfest begleiteten.

Schöner, besser, exklusiver - Kreative Adventskalender heute

Mittlerweile sind diese traditionellen Formen der Adventskalender eher out und auch der klassische Schokoladen Adventskalender, gefüllt mit einem kleinen Täfelchen an jedem Tag, wird heute zunehmend abgelöst von Adventskalendern mit spektakuläreren Inhalten. Vor allem sind die Erwachsenen auf den Adventskalender Trend aufgesprungen und viele Weihnachtskalender richten sich heute mit spannenden Füllungen an ein älteres Publikum. 

War der Adventskalender für Kinder früher eher eine schöne Kleinigkeit sind heute große Adventskalender - auch mit kostspieligen Inhalten äußerst beliebt. Das Angebot verschiedener Adventskalender ist mittlerweile beinahe unendlich. Kleine Snacks im Adventskalender sind heute häufig sogar richtige Geschenke. Für fast jedes Produkt, Hobby, Nahrungsmittel oder Getränk gibt es einen Adventskalender mit der passenden Überraschung – und sie werden immer größer.

Was ist der größte Adventskalender der Welt?

Über die Frage, wer den größten Adventskalender der Welt hat, ist ein erbitterter Streit entbrannt. Die Kontrahenten: Das baden-württembergische Gengenbach, Stuttgart und vor einigen Jahren auch Dortmund.

Jedes Jahr schmückt das Rathaus in Gegenbach seine 24 Fenster zur Vorweihnachtszeit mit Werken bekannter Künstler und verwandelt das Gebäude in einen riesigen Adventskalender. Täglich um 18 Uhr wird ein Fenster geöffnet und begeistert mit Musik und verschiedenen Darbietungen die bis zu 120.000 Besucher pro Jahr. Landläufig gilt der Adventskalender in Gegenbach als größter Adventskalender der Welt.

Einspruch gegen diese Behauptung erhob allerdings Stuttgart. Auch die Stadt am Neckar schmückt zum Stuttgarter Weihnachtsmarkt jedes Jahr die Fenster des Rathauses zu einem großen Adventskalender und beharrt darauf, dass die geschmückte, weihnachtliche Fensterfläche des Rathauses mit 54 Quadratmetern deutlich größer ist als die Fensterfläche in Gengenbach, die nur 40 Quadratmeter betragen soll.

Ganz ohne Fenster kam der „weltgrößte Adventskalender“ 2016 in Dortmund aus. Hier wurden 30 Seecontainer zu einem gigantischen Adventskalender aufgetürmt, 15 Meter lang und 13 Meter hoch. Eine Gesamtfläche von 450 Quadratmetern.

Auch im hessischen Gelnhausen wird aus einem Gebäude mit 24 Fenstern Jahr für Jahr ein großer, beleuchteter Adventskalender. Die alte Bürgerschule am Obermarkt wird zum Dezember mit weihnachtlichen Motiven geschmückt. Kinder zwischen 5 und 12 Jahren dürfen für den Adventskalender Bilder malen - die 24 schönsten werden vergrößert und an den Fenstern der alten Bürgerschule installiert und beleuchtet.

Fazit

Egal ob der Adventskalender nun groß oder klein ist. Was wirklich zählt ist der Gedanke dahinter, die Vorfreude auf das schönste Fest des Jahres und dass er die Wartezeit aufs Christkind verschönert. Adventskalender sind bis heute eine beliebte Tradition und kennt mittlerweile viele Varianten.

  • Die Ursprünge der heutigen Adventskalender liegen in religiösen Bräuchen, die Zeit bis Weihnachten zu messen und sich auf das Fest einzustimmen.
  • Gerhard Lang gilt als Erfinder des ersten gedruckten Adventskalenders 1904.
  • War bis vor wenigen Jahren der Schokoladen-Adventskalender das Highlight in der Adventszeit, gibt es heute unzählige Adventskalender Variationen zu den verschiedensten Themen und Vorlieben.
  • Viele Adventskalender richten sich mit ihren Inhalten heute nicht mehr nur an Kindern, sondern auch an Erwachsene und das Angebot ist beinahe unendlich.

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