Atsumi Teegarten
| Teefarm: | Yamecha Kumaen Teegarten |
| Teemeister: | Ryota Atsumi (Gründer des Teegartens) |
| Terroir: | Geschützte Hanglagen zwischen Bergen, morgendlicher Nebel und ein kühles Mikroklima, mineralreiche Böden. |
| Höhenlage: | ca. 400 m ü.d.M. |
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Anbau: |
Pestizidfreier Anbau, bio-zertifiziert. Ausschließlich natürlicher, mineralischer Dünger, JAS, ECOCERT, INFRC zertifiziert. |
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Highlight: |
Zertifizierter Bio-Bergteegarten in Haruno, der Shizuokas Sencha-Tradition mit seltenen Teestilen wie Wakoucha, Oolong und Kamairicha verbindet. |
Der Atsumi Teegarten in Haruno
Der Atsumi Teegarten ist ein bio-zertifizierter Teegarten in Haruno, im Westen der japanischen Präfektur Shizuoka. Auf rund 400 Metern Höhe im Tenryu Gebiet kultiviert Ryota Atsumi japanischen Tee nach organischen Prinzipien und produziert außergewöhnliche Bergtees.
Die Teefelder des Gartens liegen idyllisch zwischen bewaldeten Hängen, geschützt von den umgebenen Bergen und ganz in der Nähe des Tenryū-Flusses (tenryū-gawa (jap. 天竜川, dt. „Fluss des Himmelsdrachen“). Kühle Nächte, morgendlicher Nebel und das besondere Mikroklima der Region lassen die Teepflanzen hier langsamer als gewöhnlich wachsen. So entsteht eine außergewöhnlich klare Aromatik.
Ryota Atsumi: Teefarmer der ersten Generation
In genau dieser Umgebung gründete Ryota Atsumi seinen eigenen Teegarten. Geboren 1984 in Hamamatsu, studierte er an der Tokyo University of Agriculture im Bereich Regional Environmental Science.
Anders als viele traditionelle Teefamilien steht Atsumi nicht für ein über Generationen vererbtes Familienerbe, sondern für einen bewusst gewählten, modernen Weg. Er verbindet die Teetradition Shizuokas mit Bio-Anbau, sorgfältiger Bodenpflege und einem hohen Anspruch an Verarbeitung und Geschmack. Seine Experimentierfreude mit Kultivaren und Verarbeitungsmethoden lässt eine bemerkenswerte Tee-Vielfalt entstehen.
Obwohl der Atsumi Teegarten kein großer Betrieb ist, betreut der Garten nach eigener Angabe rund 10 Prozent der biologisch bewirtschafteten Teeanbaufläche Shizuokas. Das zeigt, wie rar Bio Tee aus Japan, insbesondere aus Shizuoka ist.
Bio Anbau und „Living Soil“ Philosophie
Für Ryota Atsumi ist der Boden nicht nur bloßer Trägerstoff für Teepflanzen, sondern ein lebendiges Gefüge aus Mikroorganismen, organischem Material, Humus und natürlichen Kreisläufen.
Er selbst nennt dies seine „Living Soil Philosophy“. Statt auf industrielle Massenproduktion setzt Atsumi auf sorgfältige Bodenpflege, organische Dünger und den Erhalt eines natürlichen Bodenlebens.
Mehr als nur Sencha: Der Variantenreichtum des Atsumi Teegartens
Die Region Shizuoka ist vor allem für Sencha mit klarer Frische und ausgeprägtem Umami bekannt. Atsumi knüpft an diese Tradition an, hat sie aber modern weiterentwickelt: Aus verschiedenen Kultivaren entstehen in seinem Garten nicht nur Klassiker wie Sencha oder Hojicha, sondern auch eher seltenere Sorten wie Wakoucha, Kamairicha und für Japan wirklich exotisch sogar Oolong.
Bio Sencha aus Japan
Sencha vom Atsumi Teegarten zeigt die vertraute Seite der Präfektur Shizuokas: tiefgrün, klar, und vegetal.
Ryota Atsumi verwendet den Kultivar Tsuyuhikari, der aus Asatsuyu und Shizu 7132 hervorgegangen ist. Tsuyuhikari ist für eine klare grüne Tassenfarbe, feines Umami und eine dezente Süße bekannt. Im Aufguss zeigt sich dies mit einer sanften Fülle und angenehmer, leichter Adstringenz.
Gerösteter Bio Karigane Hojicha
Auch Hojicha spielt bei Atsumi eine wichtige Rolle. Karigane Hojicha ist ein gerösteter japanischer Grüntee, der aus Stängeln und Blattadern der Teepflanze hergestellt wird. Diese Pflanzenteile enthalten von Natur aus weniger Bitterstoffe und weniger Koffein als viele Blatttees. Zugleich bringen sie eine milde Süße und eine helle, runde Struktur in den Aufguss.
Durch die Röstung treten die grünen, grasigen Noten zurück. In den Vordergrund rücken Aromen von geröstetem Getreide, Walnuss, trockenem Holz und manchmal eine leichte Kakaonote. Atsumis Bio Hojicha schmeckt deshalb besonders vielschichtig und weich.
Kamairicha: Japans seltener gerösteter Grüntee
Kamairicha ist ein seltener japanischer Grüntee, der im Unterschied zu Sencha nicht gedämpft, sondern während der Verarbeitung in einer heißen Pfanne erhitzt wird. Mit dieser Sorte bewegt sich Atsumi auf deutlich seltenerem Terrain. Geschmacklich entsteht ein Grüntee mit weniger Grasigkeit, dafür aber mit einer klaren Aromatik, die oft mit Anklängen von Kastanie, Kräutern und warmem Holz daherkommt.
Bemerkenswert ist der verwendete Yamakai-Kultivar, eine lokale, aus Shizuoka stammende Teepflanze, die aus Samen von Yabukita gewonnen wurde. Sie wird für ihre aromatische Eigenständigkeit geschätzt. Die Yamakai Teepflanze besitzt eher kleine, tiefgrüne Blätter. Geschmacklich bringt sie eine besondere Duftigkeit und feine, elegante Süße mit.
Seltener Oolong aus Japan
Noch ungewöhnlicher ist Atsumis Bio Oolong aus Zairai-Pflanzen. Zairai bezeichnet keine einzelne moderne Kultivarsorte, sondern alte, samenvermehrte und lokale Teepflanzen mit größerer genetischer Vielfalt. In Haruno wachsen solche Pflanzen seit Generationen und haben sich über lange Zeit an das lokale Klima, die Böden und die Berglage angepasst. Genau dadurch wirkt dieser Oolong weniger standardisiert als viele sortenreine Tees: Bei Atsumi entstehen daraus florale, leicht geröstete und komplexe Noten, ohne dass der Tee parfümiert wirkt.
Der Atsumi Teegarten zeigt, wie eigenständig japanischer Bio Tee aus Shizuoka sein kann, wenn Berglage, organischer Anbau und handwerkliche Verarbeitung zusammenkommen.
Lerne die Tees von Ryota Atsumi kennen und entdecke, wie vielfältig japanischer Bio Bergtee aus Shizuoka schmecken kann.