Geschichte der Hanfpflanze und Infos zur Nutzung als Superfood und Hanftee

Hanf (Cannabis) hat einen schlechten Ruf. Wir finden zu Unrecht!
Hanf war für Tausende von Jahren die Nutzpflanze Nummer Eins der Menschheit. Sie lieferte
mit den Hanfsamen und dem daraus gewonnen Hanföl wertvolle Nährstoffe und wurde als kostbare Heilpflanze
eingesetzt. Auch zur Herstellung von Hanfpapier und für Seile war Hanf ein wichtiger Rohstoff. Viele interessante Informationen und Wissenswertes zu dieser besonderen Pflanze und zur Nutzung als Grundlage für legalen Hanftee erfahrt Ihr hier.

Was ist Hanf?

Die Hanfpflanze oder Cannabispflanze ist eine einjährige, krautige Pflanze aus der Gattung der Hanfgewächse (Cannabaceae). Sie kann je nach Hanfart eine Wuchshöhe von bis zu sechs Metern erreichen und wächst optimal auf feuchten Böden mit guter Nährstoffversorgung. Ein warmes, tropisches Klima bietet der Cannabispflanze daher die besten Wachstumsbedingungen. Als einjähriges Gewächs, muss Hanf nach nur einer Vegetationsphase neu gesetzt werden.

Die charakteristischen Blätter des Hanfs sind handförmig aufgebaut. Dabei ist die Anzahl der Blättchen je Blatt unterschiedlich, so dass von Einzelblättchen bis 13 Blättchen je nach Wuchsposition alle Varianten möglich sind. In den meisten Fällen wachsen etwa sieben bis neun Blättchen. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, so dass männliche und weibliche Blüten in der Regel auf unterschiedlichen Pflanzen wachsen. Abhängig vom Geschlecht der Pflanze unterscheiden sich ihre Inhaltsstoffe. Besonders die Blüten des weiblichen Hanfs besitzten einen hohen THC-Gehalt. Männlicher Hanf wächst in der Regel etwas höher und besitzen einen Pollensack.

Was enthält die Cannabispflanze?

Die Cannabispflanze enthält bis zu 113 verschiedene Cannabinoide. Eines der bekanntesten Cannabinoide ist das THC (Tetrahydrocannabinol). Es ist für die berauschende Wirkung verantwortlich. Hanf als Droge ist daher in Deutschland verboten. Ein weiteres bekanntes Cannabinoid ist das CBD (Cannabidiol). Dieses wirkt nicht berauschend und ist daher in Deutschland frei im Handel - zum Beispiel als CBD-Öl - erhältlich.

Welche Hanfarten gibt es?

Hanf ist nicht gleich Hanf. Die drei für den Anbau bekanntesten Hanfarten oder Varianten sind der gewöhnliche Hanf (cannabis sativa), indischer Hanf (cannabis indica) und der Ruderal-Hanf (cannabis ruderalis). Besonders der indische Hanf ist hier als die Drogenpflanze zu nennen. Cannabis sativa spielt eine wichtige Rolle für den legalen Nutz- und Speisehanfanbau. Der Ruderal-Hanf dagegen ist die kleinste Cannabisart, besitzt aber die Fähigkeit unabhängig von Umwelteinflüssen und mit Erreichen eines bestimmten Reifestadiums von alleine zu blühen ("auto-flowering").

Was ist Nutzhanf?

Bei Nutzhanf handelt es sich um zertifizierte Hanfsorten, die einen THC-Anteil von unter 0,2 Prozent besitzen. Durch den geringen THC-Gehalt ist eine psychoaktive und berauschende Wirkung ausgeschlossen. Aus den legalen Nutzhanf-Sorten bzw. Speisehanf lässt sich auch der immer beliebter werdende Hanftee herstellen.

Wieso hat Hanf so einen schlechten Ruf?

Hanf war für Tausende von Jahren die Nutzpflanze Nummer Eins der Menschheit. Die stabilen Hanffasern waren ein wichtiger Rohstoff für Textilien und Stoffe aller Art und von zentraler Bedeutung für die frühe Papierherstellung und in der Seefahrt. Heute assoziieren die Menschen mit Hanf und Cannabis vor allem illegale Rauschmittel. Die jahrtausendalte Tradition und Bedeutung der Hanfpflanze für die gesamte Menschheit und ihre wichtige Einsatzmöglichkeit als Nahrungsmittel, Arzneimittel und Nutzpflanze ist dadurch leider in den Hintergrund geraten. Mittlerweile rücken die legalen Einsatzmöglichkeiten des Hanfs mehr und mehr in den Fokus. So sind Hanferzeugnisse heute wieder als Zutat in der Küche zu finden oder werden zur Zubereitung von Hanftee genutzt.

Seit wann nutzen Menschen die Hanfpflanze?

Erste Spuren der menschlichen Nutzung von Hanf konnten Forscher in Georgien nachweisen. In der Dzudzuana-Höhle fand man Reste von Fasern des Hanfs, die durch die dort lebenden Höhlenmenschen vor etwa 30.000 Jahren verarbeitet wurden. Möglicherweise nutzten unsere Vorfahren bereits Hanfsamen als nahrhaftes Nahrungsmittel. Ob Hanfblätter bereits zu dieser Zeit zur Zubereitung von Hanftee genutzt wurden, wissen auch wir nicht. Bis etwa 6.000 vor Chr. finden sich weltweit weitere vereinzelte Nachweise der menschlichen Nutzung von Hanfgewächsen. Seinen Aufstieg als eine der vielleicht wichtigsten Kultur- und Nutzpflanzen erlebte Hanf im alten China. Die ältesten Nachweise der Nutzung von Hanf in China finden sich in einem Keramikgefäß, das in der neolithischen Fundstätte Linjia in der Provinz Gansu 1978 gefunden wurde. In dem Behälter befanden sich verkohlte Samen, die etwa 4200 bis 5500 Jahre alt sein sollen. Erste schriftliche Hinweise erwähnen den Hanfanbau vor ungefähr 3.000 Jahren.

Hanf-Blüte Hanf-Icon Hanfpflanze

In welchen Bereichen wurde die Hanfpflanze eingesetzt?

Hanf ist ein äußerst vielseitiger Rohstoff die Erzeugnisse der Hanfpflanze wurde von Menschen in den verschiedensten Bereichen eingesetzt. So war Hanf lange Zeit der wichtigste Rohstoff für die Papierherstellung. Im Laufe der Zeit folgten viele weitere Einsatzmöglichkeiten der Hanfpflanze, zum Beispiel als Rohstoff für Kleidung und Tücher oder zur Herstellung von Seilen und Tauen für die Seefahrt. Im Bereich der Seefahrt zeigte der Hanf mit seinen Hanffasern im wahrsten Sinne des Wortes seine Stärke. Hanfseile sind äußerst robust, der Einfluss von rauer Seeluft und Salzwasser kann den Fasern nur wenig anhaben.

Wieso verlor die Hanfpflanze ihre so wichtige Bedeutung?

Mit der einsetzenden Industrialisierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verlor die Hanfpflanze mehr und mehr ihre Bedeutung. Neue Materialien und effizientere Produktionsmethoden verdrängten die Hanfpflanze. Baumwolle erlebte ihren Aufstieg als Rohstoff für Kleidung, die sich entwickelnde Papierindustrie setzte mit der Erfindung der Holzschleifermaschine um 1850 voll auf den günstigen und überall verfügbaren Rohstoff Holz zur Hanfpapier Herstellung im industriellen Maßstab.

Seit wann ist der legale Hanfanbau in Deutschland wieder erlaubt?

Der Anbau von Nutzhanf ist unter strengen Auflagen in Deutschland seit 1996 wieder erlaubt. In den letzten Jahren erlebt der Hanf daher insbesondere als Nahrungsmittel seine Renaissance - gerade als Hanftee.

In der Europäischen Union gibt es 52 verschiedene Nutzhanfsorten (2017), die für den Nutzanbau zur Verfügung stehen. Sie besitzen einen THC-Anteil von unter 0,2 Prozent. Diese Menge ist zu gering, um Rauschzustände zu erzeugen. Dennoch ist der Anbau in Deutschland genehmigungspflichtig und in der Regel nur hauptgewerblichen Landwirten unter strengen Auflagen gestattet.

Cannabis ist doch verboten! Wieso gibt es trotzdem Hanfprodukte frei zu kaufen?

In den einzelnen Bestandteilen der Hanfpflanze finden sich viele unterschiedliche Stoffe. So gibt es bis zu 113 verschiedene Cannabinoide. Eines der bekanntesten Cannabinoide ist das THC (Tetrahydrocannabinol). THC ist ein psychoaktiver Stoff und verantwortlich für die berauschende Wirkung. Beim heute frei und legal in Deutschland erhältlichen Nutzhanf muss der THC-Gehalt unter 0,2 Prozent liegen. Eine berauschende und psychoaktive Wirkung ist dadurch ausgeschlossen. Der Anbau von Nutzhanf ist dennoch stark reglementiert, meldepflichtig und mit strengen Auflagen verbunden.


Was ist CBD?

Ein weiteres neben dem THC bekanntes Cannabinoid ist das CBD (Cannabidiol). CBD ist nicht psychoaktiv und daher in Deutschland legal. Ihm wird nachgesagt, dass es schmerzstillende Eigenschaften besitzt, bei Stress und Schlafstörungen behilflich sein kein und zum Beispiel auch gut für das Hautbild ist. Die Einnahme von CBD als Arzneimittel ist in Deutschland nicht zugelassen. Im Handel sind zahlreiche CBD-Produkte erhältlich, zum Beispiel als CBD-Tropfen, CBD-Öl oder auch als Hanftees mit CBD.

Besitzen CBD-Produkte eine berauschende Wirkung?

Im Gegensatz zum THC besitzt CBD keine berauschende Wirkung. CBD-Produkte sind nicht psychoaktiv, legal und daher auch im Handel erhältlich. Tee aus zertifizierten und legalen Hanfsorten können daher einen hohen CBD-Gehalt enthalten, jedoch nur gerine Mengen an THC.


Ist Hanf auch als Lebensmittel geeignet?

Seit der Aufhebung des Hanfverbots 1996 und der Möglichkeit des legalen Anbaus und der Verfügbarkeit legaler Hanfprodukte spielt die Hanfpflanze in der modernen Küche oder zur Zubereitung von Hanftee wieder zunehmend eine Rolle. Hanf ist definitiv als Lebensmittel geeignet und gilt sogar als "Superfood", das gerade auch im BIO-Bereich als spannende Zutat für verschiedene Speisen eingesetzt wird. Als Lebensmittel sind vor allem die Hanfsamen, Hanföl und mehr und mehr auch die Hanfblätter selbst zu nennen. Aus diesen Bestandteilen lässt sich ebenfalls sehr gut Hanftee selber machen.

Hanf-Öl

HANFÖL in der Küche

Hanföl gilt als eines der hochwertigsten Pflanzenöle. Es wird durch Kaltpressung aus den Hanfsamen gewonnen.
Durch dieses schonende Verfahren bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe der Samen im Hanföl erhalten.

Der Anteil der ungesättigten Fettsäuren im Hanföl liegt bei über 70 Prozent. Aufgrund seines nussigen Geschmacks eignet sich ein gutes Hanföl wunderbar für die Zubereitung schmackhafter Salatdressings, Soßen, Suppen und Marinaden.

Hanf-Samen

HANFSAMEN in der Küche

Da Hanfsamen ein nussig-würziges Aroma haben, das enfernt an Pinienkerne erinnert, können sie als vielseitige Zutat sehr gut in der Küche zum Einsatz kommen. Besonders beliebt sind gemahlene Hanfsamen, die beispielsweise als Zutat beim Backen von Brot eine neue, aromatische Komponente hinzufügen.

Sie Samen sind eine natürliche Proteinquelle mit einem Proteingehalt von fast 25 Prozent, reich an Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren und besitzen einen hohen Gehalt an Antioxidantien. Darüber hinaus enthalten sie die Vitamine A, B, C, D, E und Mineralien wie Kalium, Magnesium, Kalzium, Schwefel und Eisen.

Hanf-Blatt

HANFBLÄTTER in der Küche

Hanfblätter spielen in der Küche eher noch eine untergeordnete Rolle. Gemahlene Hanfblätter in Form von Hanfblattpulver sind dennoch eine beliebte Zutat für leckere Smoothies und geben ihnen einen zusätzlichen Kick an wichtigen Mineralien und Spurenelementen wie Kalzium-, Magnesium- und Eisen. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe macht Hanfblätter zu einem interessanten natürlichen Nahrungsergänzungsmittel für Veganer. Besonders gut lassen sich die Blätter auch zur Zubereitung von Hanftee oder als bereichernde Zutat bei anderen Teemischungen einsetzen. Hanfblätter im Tee sieht man immer häufiger.


Ist Hanftee legal?

Ja, stammen die Hanfblätter von zugelassenen, zertifizierten Hanfsorten, ist der aus Hanfblättern zubereitete Tee legal. Die für Hanftee genutzten zertifizierten Hanfsorten besitzen einen nur geringen THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent, so dass eine rauscherzeugende Wirkung des Tees ausgeschlossen werden kann.

Wie kocht man einen Hanftee?

Die Zubereitung von Hanftee ist vergleichbar mit der Zubereitung anderer Teesorten. Hanftee selbst zubereiten ist also recht einfach. Durch die Wirkung des heißen Wassers lösen sich die wertvollen Inhaltsstoffe des Hanfs aus den Blättern und gehen in den Hanftee-Aufguss über. Gerade für Hanftee ist besonders auch das CBD zu nennen und interessant. Da CBD fettlöslich ist, empfiehlt es sich, beim Aufgießen der Hanfblätter für einen "Hanftee CBD" zusätzlich etwas Fett zum Wasser zu geben, zum Beispiel Sahne, Öl oder Milch. Das CBD kann sich so besser aus den Blättern lösen. Hanftee aus Blättern soll eine beruhigende, wohltuende und entspannende Wirkung auf das allgemeine Wohlbefinden haben. Menschen, die bereits Hanftee getrunken haben, berichten außerdem von einer erhöhten mentalen Fitness und größerer Vitalität.

Wie ist der Geschmack von Hanftee?

Im Geschmack ist eine Tasse Hanftee meist recht aromatisch mit klar erkennbarer Kräuternote und heu-artigen Nuancen. Je nach Ziehzeit wird Hanftee manchmal auch als bitter beschrieben. Die Zugabe von Honig kann die Bitterkeit des Hanftees, die nicht jedem schmeckt, aber gut überdecken und lässt neue interessante Geschmacksrichtungen im Hanftee hervortreten.