Was das Qing Ming Fest für Tee bedeutet

25.03.2021 09:38

Für viele chinesische Teebauern beginnt ab Mitte März die wichtigste Zeit im ganzen Jahr. Kurz vor dem Qing-Ming Festival startet in China die erste Tee-Ernte. Wir erklären, was es mit dem Fest auf sich hat, welche Bedeutung es für die Tee-Ernte in China hat und wieso sie auch immer ein Wettlauf gegen die Zeit ist.

Was ist das Qing Ming Fest?

Seit über 2.500 Jahren ist das Qing Ming Fest eine Tradition in China. Jedes Jahr im Frühling wird am 106. Tag nach dem chinesischen Bauernkalender der Toten gedacht. Der Tag fällt nach unserem Kalender meist auf den 4. oder 5. April. In manchen Jahren ist es auch der 6. April. In dieser Zeit besuchen die Menschen die Gräber der Verstorbenen und verzehren zu ihren Ehren nur kalte Speisen. Daneben kennzeichnet das „Fest des hellen Lichts“ auch den Frühlingsanfang. Von nun an wird es wieder wärmer, es regnet häufiger und die Aussaat beginnt.

Bedeutung von Qing Ming für den Tee

Für die chinesische Tee-Ernte hat Qing Ming eine weitere, sehr wichtige Bedeutung. Denn Tee, der vor diesem berühmten Fest geerntet wurde, gilt als besonders fein und kostbar. Dieser „Mingqian“ (明前茶) genannte Tee ist unter Teeliebhabern äußerst begehrt.

Da es sich um die erste Frühjahrsernte handelt, konnten die Teepflanzen über die Wintermonate neue Kraft tanken. Die Witterung ist noch recht kühl, die Teeblätter wachsen sehr langsam und sind noch sehr klein. Dennoch enthalten sie die meisten Nährstoffe und sind reich an Aminosäuren. Geerntet wird von Hand, streng nach „one bud one leaf“, also jeweils nur einer Teeknospe und einem kleinen Teeblatt. Der Geschmack des Mingqian Tees ist sanft und lieblich.

Diese besonderen Tees der Mingqian Ernte sind begrenzt und äußerst begehrt in China. Obwohl sie sehr teuer sind, sind die Sorten meist bereits nach kürzester Zeit ausverkauft. Nur wenige dieser kostbaren Tees kommen bis nach Europa. Für uns ist es daher eine Seltenheit, einen solch außergewöhnlichen Tee zu finden und zu trinken.

Kurz nach dem Quing Ming Fest beginnt bei steigenden Temperaturen meist eine kleine Regenzeit. Die Teeblätter wachsen nun bereits wesentlich schneller, der Geschmack dieser Tees ist frisch und schwerer. Tee, der in dieser Phase gepflückt und verarbeitet wird, nennt man Yuqian Tee (雨前茶).

Wettlauf gegen die Zeit

Die Minqian Tee Ernte ist ab Mitte März für die chinesischen Teebauern daher auch immer ein Wettlauf gegen die Zeit. Dabei immer im Blick: das Qing Ming Fest, bis zu dem die Tees fertig sein müssen, um das Prädikat Mingqian tragen zu dürfen. Nur etwa 600 Gramm der noch sehr kleinen Blätter kann ein Paar erfahrender Hände pro Tag pflücken. Daraus entstehen am Ende ca. 130 Gramm Tee.

Auch der Trocknungsprozess ist sehr zeitaufwendig. Zunächst werden die frischen Blätter acht bis zehn Stunden ausgebreitet, so dass sie etwa ein Viertel ihres Feuchtigkeitsgehalts verlieren. Im Anschluss werden die Blätter in einem großen Wok erhitzt. Etwa 100 Gramm der Teeblätter werden auf diese Weise bei ungefähr 250 Grad Celsius geröstet. Immer unter den wachsamen Augen des Teemeisters, der die Blätter mit seinen geschickten Händen in Bewegung hält, schüttelt, drückt und reibt. Die besten Qualitäten entstehen nur durch langjährige Erfahrungen, die über Generationen weitergegeben werden.

Der geringe Ertrag des Mingqian Tees, sein unvergleichlicher Geschmack und der immense Aufwand haben ihren Preis: Höchste Qualitäten kosten teils über 2.000 EUR pro Kilo.

Fazit

Das Verstorbenen-Fest „Qing Ming“ spielt in der chinesischen Kultur eine wichtige Rolle. Es kennzeichnet gleichzeitig den Frühlingsanfang und hat ebenfalls eine Bedeutung für die Tee-Ernte.

  • Qing Ming, das "Fest des hellen Lichts", fällt auf den 4., 5. manchmal auch 6. April.
  • Tee, der vor dem Fest gepflückt wurde, gilt als besonders kostbar und ist sehr begehrt.
  • Die Tees dieser ersten Ernte enthalten sehr viele Inhaltsstoffe und Aminosäuren. Der Geschmack dieser Mingqian-Tees ist daher außergewöhnlich.
  • Der Ertrag dieser ersten Tees eines Jahres ist gering, der Aufwand immens. Minqian-Tees gehören daher zu den seltensten und teuersten Tees und sind in Europa kaum erhältlich.

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